
11.06.18 –
Lindau, 11. Juni 2018: Der Abspann des Films war noch nicht zu Ende, schon meldeten sich die ersten Gäste, um eine Diskussion über den Einsatz von Pestiziden und die Entwicklung von Monokulturen in Apfelanbaugebieten zu eröffnen.
Etwa 80 Interessierte, kritische Verbraucher*innen, Umweltschützer*innen und auch Vertreter der heimischen Obstbauern waren auf Einladung des Grünen Kreisverbands Lindau ins Parktheater gekommen, um sich den Dokumentarfilm des Regisseurs Alexander Schiebel „Das Wunder von Mals“ anzusehen. „Lindau ist nicht Mals, dennoch ist es wichtig, mit den hiesigen Obstbauern in einen konstruktiven Dialog zu treten, um negative Folgen des Apfelanbaus wie in Südtirol zu verhindern“, so die einleitenden Worte von Thomas Gehring, Allgäuer Landtagsabgeordneter und Lindauer Stimmkreiskandidat. Er begrüßte das Publikum mit dem Hinweis auf die Besonderheit des Films, welcher in erster Linie von Menschen handelt. Von Menschen, die nicht mehr länger hinnehmen wollen, dass die flächendeckenden, von Pestizidwolken umnebelten Apfelplantagen auch ihr eigenes Gemeindegebiet vereinnahmen. Die mächtige Apfellobby sollte bei ihrem Siegeszug im Vinschgau aufgehalten werden.
Tatsächlich konnten die Zuschauer*innen verfolgen, wie eine kleine Initiative zu einer großen Bewegung wuchs, die es nach vielen Jahren des unermüdlichen Einsatzes und einer Fülle kreativer Aktionen geschafft hatte, dass in der südtiroler Gemeinde Mals am Januar 2018 der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden verboten wurde. 75% der Bevölkerung hatten eine entsprechende Volksbefragung unterstützt und die Partei des umsetzungswilligen Bürgermeisters erhielt bei den anschließenden Gemeinderatswahlen eine Mehrheit von 72%.
Für die Gäste also genug Diskussionsstoff, um nach der Vorführung noch rege mit dem Abgeordneten Thomas Gehring, dem Regisseur und untereinander zu diskutieren. „Wir müssen uns gegenseitig zuhören und ich freue mich, dass auch diejenigen gekommen sind, die eine Hauptrolle spielen, nämlich die Obstbauern. Niedrige Margen, Vorwürfe und Verbraucheransprüche setzen Landwirt*innen unter einen großen Druck, den ich durchaus erkenne“, so Thomas Gehring. „Wir sind uns einig, dass gute und gesunde Lebensmittel ihren Preis haben müssen, das verlangt allerdings auch ein entsprechendes Bewusstsein der Verbraucher*innen.“
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