Energie

Umsetzung Klimaschutzkonzept

Der Landkreis sowie 12 Kommunen des Landkreises haben sich ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Vorgesehene Projekte im Landkreiskonzept sind beispielsweise:

  • Förderung der Elektromobilität im Landkreis Lindau
  • Solarkampagne für das Gastgewerbe
  • Landkreisauszeichnung für umweltbewusste Fremdenverkehrsbetriebe
  • Einführung eines prämienbasierten Klimaschutzmanagementsystems an Schulen des Landkreises
  • Initiierung eines Energie-Netzwerks für Gastgewerbe im LK Lindau
  • Initiierung eines Energie-Unternehmensnetzwerks für Unternehmen im LK Lindau
  • Eigennutzung von Solarstrom in Liegenschaften des Landkreises
  • Stärkung der Energieberatung im Landkreis

Wir werden den Landkreis und die Gemeinden des Landkreises bei der Umsetzung ihrer Klimaschutzkonzepte nach Kräften unterstützen.

Energetische Sanierung

Der Landkreis hat in den letzten Jahren begonnen, seine Liegenschaften zu sanieren, sowohl energetisch wie auch substanziell.
Erste Energieeinsparerfolge zeigen sich bereits.
So konnte der Heizenergieverbrauch der Realschule Lindenberg um fast 80% gesenkt werden.

Wir werden den Landkreis auch weiterhin unterstützen, entsprechend der erstellten Prioritätenliste die Landkreisliegenschaften instand zu setzen. Um ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit zu erreichen, gilt dabei für uns der Grundsatz, dass energetische Sanierungsmaßnahmen nur dann ergriffen werden, wenn sie sich mit so genannten „Sowieso“-Maßnahmen verknüpfen lassen.
Die vom Landkreis entwickelten „Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen“ enthalten die Vorgaben für eine energetisch sinnvolle, schadstoffarme und umweltfreundliche Sanierung für die Innen- und Außenbereiche.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass durch die Einrichtung eines Energiemanagementsystems die Energieverbräuche reduzierte werden.

Selbstverpflichtung von Erdgaskunden zum Bezug von CO2 -armem oder –freiem Erdgas

Der Landkreis Lindau ist nahezu vollständig mit Erdgas erschlossen.
Das Erdgasnetz ist ein idealer Energiespeicher, der für verschiedene Formen von regenerativem Gas wie Bio-Erdgas oder Wasserstoff der aus Power-to-Gas-Produktion genutzt werden kann. Regeneratives Gas ist ein Energieträger der Zukunft.

Wir werden uns deshalb dafür einsetzen, dass der Landkreis für seine eigenen Liegenschaften einen hohen Anteil Bio-Erdgas bezieht und wir werden uns dafür einsetzen, dass Bio-Erdgas von unseren lokalen Energieversorgern preisgünstig angeboten wird.

Ökostrom im Landkreis Lindau

Der Landkreis Lindau ist direkt an das österreichische Verbundnetz angeschlossen und bezieht daher einen sehr großen Anteil Wasserkraftstrom. Wir werden uns dafür einsetzen, dass nach dem Vorbild der Stadtwerke Lindau alle lokalen Energieversorger des Landkreises ausschließlich CO2-freien Strom anbieten. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, die regenerative Stromversorgung weiter auszubauen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Landkreis Lindau für seine Liegenschaften ausschließlich CO2-freien Strom bezieht. Ferner setzen wir uns dafür ein, dass der Landkreis zusammen mit der Genossenschaft Bürgerenergie Stadt Land See auf den Dächern der Landkreisliegenschaften weitere Solarstromanlagen installiert, welche den Strom direkt in das jeweilige Hausnetz einspeisen.

In einem weiteren Schritt sollen Einsatzbereiche für Batteriespeicher untersucht werden, die die Eigennutzung von Solarstrom noch verbessern könnten. Wenn sich hierfür sinnvolle Einsatzmöglichkeiten finden lassen, sollte ein entsprechendes Pilotprojekt umgesetzt werden.

Soziale Energiewende

Immer mehr Haushalte sind nicht mehr in der Lage, ihre Stromrechnung zu bezahlen.
Auch im Landkreis Lindau haben wir Wohngeldempfänger und Bedarfsgemeinschaften, welche nur mit dem Nötigsten zurechtkommen müssen.

Zusammen mit dem Unternehmen Chance, dem Jobcenter, den Energieversorgern im Landkreis und den Wohnungsbaugesellschaften werden wir uns dafür einsetzen, den so genannten Stromsparcheck zu organisieren und damit allen Betroffenen die Chance geben, ihre Stromkosten zu senken.

Nutzung regenerativer Ressourcen im Landkreis

Der Landkreis Lindau ist durch seine Landschaft geprägt. Daher sind der Windkraftnutzung enge Grenzen gesetzt. Auch der Nutzung von Holz und Wasser sind enge Grenzen gesetzt.
Der Landkreis muss daher versuchen, andere regenerative Quellen wie Sonne und Biomasse zu nutzen. Um eine Vermaisung der Landschaft zu verhindern ist der Anbau von so genannten Kurzumtriebsplantagen vorstellbar.

Hierzu werden beispielsweise Weidenstecklinge gepflanzt, welche nach etwa 5 Jahren abgeerntet und zu Holzpellets verarbeitet werden. Biomasse beispielsweise in Form von Straßengrünschnitt, Bioabfall, u.a. Stoffe die sich leicht verarbeiten lassen, kann zu Bio-Erdgas aufbereitet werden.

Tourismus

Das Touristikmanagement des Landkreises ist bestrebt, den Landkreis Lindau in Richtung Nachhaltigkeit zu trimmen.
So wird sehr viel Wert auf attraktive (Käse, Streuobst, Skulpturen, Wasser) und gut beschilderte Fuß- und auch Radwege gelegt.

Weiter in Planung ist eine Aktion „Bürger öffnen ihre Gärten“ und Genusswanderungen, auf denen regionale Produkte (Wein, Bier, Obst, Obstbrände, Gemüse, Fisch, etc.) kredenzt werden.

Diese Vorhaben werden wir als Grüne unterstützen.

Mobilität und Verkehr

Fuß- und Radverkehr

Netzplanung für den Radverkehr (Radverkehrskonzept)
 
Der  Landkreis entwickelt zurzeit ein Konzept für den künftigen Radverkehr  in der Region. Ziel ist es, das bestehende, freizeitorientierte regionale Radwegenetz fit für die Mobilität im Alltag zu machen. Dabei soll auch der künftige Freizeit- und radtouristische Bedarf berücksichtigt werden.  Das Angebot eines lückenlosen Radverkehrsnetzes mit geeigneten und den  Richtlinien entsprechenden Anlagen stellt einen wichtigen Baustein der  Radverkehrsförderung dar. Der Radverkehr soll im Landkreis Lindau über verschiedene Führungsformen realisiert werden,  wie z.B. auf gemeinsamen oder getrennten Geh- und Radwegen,  Radschnellwegen, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder im Mischverkehr /  auf Fahrradstraßen. Die Wahl der geeigneten Führungsform hängt von den  örtlichen Gegebenheiten (Straßenraumbreiten, Verkehrsbelastungen etc.)  ab und muss im Einzelfall geprüft werden.
Fahrradwege landkreisweit ausbauen und landkreisübergreifend vernetzen
Der  Radverkehr übernimmt wichtige Funktionen im Rahmen klimafreundlicher,  stadtverträglicher, leiser, kostengünstiger und gesunder Mobilität:  Investitionen in den Radverkehr sind gleichzeitig Investitionen in mehr  Lebensqualität, leisten einen wesentlichen Beitrag zur Luftreinhaltung  und helfen,  Staus zu reduzieren. Insgesamt gibt es im Landkreis Lindau ca. 412 km  Radweg. Das entspricht etwa 5 Kilometer Radweg pro 1000 Einwohner. Zum  Vergleich, der Bundesschnitt liegt bei knapp einem Kilometer Radweg pro  1000 Bewohner. 
Der Landkreis soll auch in Zukunft daran arbeiten, das Radfahren im Landkreis so attraktiv wie möglich zu gestalten und mit den anderen Landkreisen zu vernetzen.
Organisatorische, personelle und finanzielle Vorkehrungen
Der Landkreis soll einen Radverkehrsbeauftragten in Vollzeit beschäftigen. Diese Position soll als zentrale Koordinationsstelle für lokale Radverkehrsfragen dienen und zusammen mit anderen Ämtern/Abteilungen die Radverkehrsförderumg im Landkreis übernehmen. Die neue Stelle muss ein jährliches Budget für die Umsetzung investiver und nicht investiver Maßnahmen (entsprechend NRVP) bekommen.
Öffentlichkeitsarbeit und Beitritt zur AGFK Bayern
Öffentlichkeitsarbeit  und Kampagnen dienen als bewusstseinsbildende Maßnahme und sollen die  Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.(z.B. zum Stadtradeln, zur  Europäischen Mobilitätswoche, etc.)
Ziel ist, die Menschen dazu zu motivieren, nachhaltige Mobilitätsoptionen wie das Rad auszuprobieren und im Alltag zu nutzen.  
Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität müssen gut kommuniziert werden, damit die Öffentlichkeit sie wahrnimmt. 
Zudem soll der Landkreis der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. beitreten, für diese Mitgliedschaft gibt es gute Gründe und sie lohnt sich:
Um den Radverkehr voranzubringen, braucht es gemeindeübergreifende Konzepte und Kooperationen. 
Damit  nicht jeder das Rad neu erfinden muss, fördert die AGFK Bayern den  Austausch von bayerischen Kommunen zum Thema Radverkehr. 
Um möglichst viele Kommunen und Landkreise zu erreichen, strebt der Verein eine Steigerung der Mitgliederzahlen an. 
Darüber hinaus vernetzt sich die AGFK Bayern mit themenverwandten Arbeitskreisen aus anderen Bundesländern und Ländern.
Der Landkreis wird auch in Zukunft daran arbeiten, das Radwegenetz zu vervollständigen und das Radfahren im Landkreis so attraktiv wie möglich zu gestalten und mit den anderen Landkreisen zu vernetzen.
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Pflege und notwendige Sanierungen. Was nützt der schönste Radweg, wenn er nicht befahrbar ist?
Speziell am Bodenseeufer sollte -wo umweltverträglich möglich- darüber nachgedacht werden, den Uferbereich für Fußgänger zugänglich zu machen, sei es durch Renaturierungen (wie derzeit in Bregenz zu beobachten) oder auch durch die Anlage von Stegen.
ÖPNV
Schienenverkehr als Rückgrat einer multimodalen Mobilität auf dem Landkreis entwickeln
 
Im Rahmen des Projektes „Stationsoffensive Bayern“ werden entlang der Strecke „München – Memmingen – Lindau“  fünf neue Haltepunkte eingerichtet. Diese sollen zeitnah nach Abschluss des Streckenausbaus realisiert werden. 
Dies sind: 
  • Hergensweiler
  • Schlachters
  • Weißensberg
  • Lindau-Oberreitnau und
  • Lindau-Aeschach (bislang nur Haltepunkt an der Strecke Lindau – Friedrichshafen)
In Lindau entsteht darüber hinaus ein neuer Bahnhof für den Fern- und Regionalverkehr im Stadtteil Reutin.
 
 Alle neuen Haltepunkte sollen gleichzeitig die benötigten Verkehrsanlagen (B&R, P&R,usw.) bekommen, um eine multimodale Mobilität zu ermöglichen.
Fortschreibung Nahverkehrsplan
Die  Überarbeitung des Nahverkehrsplans ist zum jetzigen Zeitpunkt  erforderlich, um eine solide Grundlage für den Vergabeprozess zur  vorgesehenen neuen Linienführung im Landkreis zu haben. 
 
Für die nächsten Jahre zeichnen sich außerdem grundlegende verkehrliche Veränderungen in Landkreis Lindau ab,  die ebenfalls den ÖPNV betreffen: Die „Zwei- Bahnhofs-Lösung“ ist  beschlossen und der Bau des Fernbahnhofs Lindau-Reutin soll bis Ende  2020 finalisiert werden. Hinzu kommt, dass im Rahmen der  Stationsoffensive Bayern vorgesehen ist, fünf Bahnhaltepunkte auf der  Strecke Hergatz – Lindau wieder in Betrieb zu nehmen.
 
Ziel des Nahverkehrsplans bzw. dessen Fortschreibung, ist die Definition und Bewertung des zukünftigen ÖPNV-Angebotes unter Berücksichtigung der Belange des Gesamtverkehrs. 
Bei der Erarbeitung des Nahverkehrsplans soll die Verknüpfung der Verkehrssysteme, unter Berücksichtigung einer möglichst weitreichenden Barrierefreiheit  eine besonders wichtige Rolle spielen. Somit sollen möglichst allen  Fahrgastgruppen optimale Fahrtmöglichkeiten mit kurzen Umsteigewegen und  -zeiten angeboten werden.
Einführung von bedarfsorientierten Systemen
Um die Erschließung des oberen und unteren Landkreises zu verbessern, sollen flexible Bedienungsformen den konventionellen Linienverkehr ergänzen. 
Flexible  Bedienungsformen, in Form von Anrufsammeltaxen (AST) oder Ride Pooling,  können dazu beitragen, auch geringe Nachfragepotenziale effizient zu  bedienen. 
Darüber  hinaus soll eine Bedienung aller Haltestellen im Landkreis mit AST  außerhalb der festgelegten Bedienungszeiten geprüft werden. 
Die Nachfrage außerhalb der Kernzeiten  wird früh morgens i.d.R. durch Berufspendler oder Schichtarbeiter  generiert, daher sollte der morgendliche Beginn der flexiblen Bedienung  mit den Schichtzeiten der örtlichen Unternehmen abgestimmt werden.
Darüber hinaus sollen die Abfahrten stark nachgefragter Pendlerzüge berücksichtigt werden.  In den Abendstunden, nach den festgelegten Bedienungszeiten des  Regionalbusses, wird die Nachfrage ebenfalls durch Schichtarbeiter, aber  auch durch Freizeitnutzer generiert. Hier wird empfohlen, die Bedienung mit AST auf die Ankünfte der Züge abzustimmen.
Fahrradmitnahme in Bus und Bahn ermöglichen
Nachhaltige Mobilität, sei es im Alltag oder im Tourismus,  kann nur mit flächendeckenden Bus- & Bahnangeboten gefördert  werden. Die Verknüpfung von Fahrrad und öffentlichem Verkehr bietet die  Möglichkeit, auch längere Strecken komfortabel ohne Auto zurückzulegen, deswegen muss dies möglich und kostenlos sein.
Bike & RideAnlagen an allen Bahnhaltestellen 
Die  zuständigen Gemeinden sollten an den Haltestellen vor allem ausreichend  sichere Fahrradabstellplätze schaffen. Bei einem dichten Busliniennetz  würden die meisten Menschen nur wenige Kilometer von einer Haltestelle  entfernt leben. Die Distanzen wären gut mit dem Rad oder dem E-Bike zu bewältigen. Gute und sichere Abstellanlagen sind wichtig für den Alltagsradverkehr. Sie sollen gut sichtbar, leicht zugänglich und wettergeschützt sein sowie über eine Rahmenanschlussmöglichkeit verfügen.
Barrierefreier Ausbau von Regionalbushaltestellen
Die  Nutzbarkeit des ÖPNV-Angebots durch Menschen mit  Mobilitätsbeeinträchtigungen soll verbessert werden. Neu- und  Umbaumaßnahmen von Haltestellen sollen barrierefrei ausgeführt werden.
 
Mobilitätsmanagement
Verstärktes Mobilitätsmanagement im Landkreis
Mobilitätsmanagement setzt bei der Beeinflussung der Verkehrsmittelwahl an und umfasst ein breites Spektrum möglicher „weicher“ Maßnahmen, insbesondere in den Bereichen Information, Beratung, Kommunikation, Kooperation und Organisation. Begünstigt wird Mobilitätsmanagement durch die fortschreitende Entwicklung der Kommunikationstechnologien. 
Mobilitätsmanagement ist effektiv und kostengünstig.
Im Landkreis Lindau sollte neben den klassischen Mobilitätsmanagementbereichen (betriebliches / schulisches / kommunales Mobilitätsmanagement) auch der Tourismus eine wichtige Rolle spielen. 
Umfassende Informationskampagnen sollen Touristen bereits an ihrem Herkunftsort ausreichend über die Anreisemöglichkeiten und Kosten informieren und somit die Verkehrsmittelwahl frühzeitig beeinflussen. 
Darüber hinaus kann eine Mobilitätszentrale bei der Verkehrsmittelwahl vor Ort helfen bzw. den Umweltverbund fördern.
Förderung von Fahrgemeinschaften (Berufsverkehr, Freizeitverkehr,…)
Die explizite Förderung von Fahrgemeinschaften bietet vor allem Firmen und Schulen die Möglichkeit, das Mobilitätsverhalten jedes einzelnen zu beeinflussen. 
Die Wirkung zeigt sich sowohl in der Verringerung des Verkehrsaufkommens und der Emissionen als auch in der Reduzierung der benötigten Parkplätze.

Kommunikation

Glasfaser-Breitband-Verkabelung ist die Autobahn unserer Kommunikation, insbesondere für die Wirtschaft.
Der Landkreis soll vollflächig mit Glasfaser erschlossen werden.

Überall dort, wo eine Verkabelung nicht wirtschaftlich ist, muss es die Möglichkeit geben über den LTE-Standard zu kommunizieren. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um Heimarbeit zu fördern und damit den allmorgendlichen und allabendlichen Berufsverkehr zu entlasten.

Landschaftsschutz

Wirtschaftliche Entwicklung

Insgesamt knapp 6000 Unternehmen verschaffen den Menschen im Landkreis Lindau nahezu Vollbeschäftigung.
Der Landkreis Lindau ist geprägt von einer gesunden Mischung gewerblicher Betriebe: ca. 650 Firmen gehören zum Bereich Industrie/Bau, ca. 2100 sind Handelsunternehmen und ca. 2600 sonstige Dienstleistungsbetriebe.

Der Bereich des Tourismus spielt in der Region mit ca. 550 Betrieben im Bereich Hotellerie und Gastronomie eine wesentliche Rolle.

Die Verkehrsanbindungen sind in unserem Landkreis in der Regel ausreichend.
Es gilt, diese Struktur zu erhalten und umsichtig ohne Landschaftsverbrauch den Nachfragebedürfnissen durch Ansiedlung entsprechender Betriebe anzupassen.

Die Wirtschaft benötigt ggf. Reserveflächen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei Gewerbestandorten sollten deshalb betriebliche Erweiterungen am bestehenden Standort möglich sein.

Gesundheit & Soziales

Familien stärken

Unsere Kinder stehen im Mittelpunkt und sind unsere Zukunft.
Dies heißt, dass wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern müssen. Wir setzen uns dafür ein

  • die Kinderbetreuungseinrichtungen auszubauen (insb. im ländlichen Raum)
  • die Qualität in der Betreuung zu steigern (Betreuungsschlüssel 1:3 bei U3, 1:7,5 im Kiga / Kita, Aus- und Fortbildung sowie fachliche Begleitung der Betreuungspersonen)

Familie entsteht dort, wo Menschen verbindlich und dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen:

  • in Partnerschaften mit und ohne Trauschein
  • bei Alleinerziehenden
  • bei Adoptiv- oder Pflegeeltern
  • in Patchwork- und Regenbogenfamilien
  • in der “Ehe für alle”
  • überall dort, wo Kinder leben

Unser Familienbegriff ist so vielfältig wie unsere moderne Gesellschaft.

Zusammenleben der Generationen

Wir müssen uns darüber verständigen, was unsere Gesellschaft zusammenhält, was Alt und Jung verbindet. Wir werden uns dafür einsetzen, dass

  • mehr Projekte entstehen, die das Zusammenleben der Generationen fördern (Beispiel Niederlande-Verbindung von Altenheimen und Kindergärten im täglichen Leben).
  • die Möglichkeiten gefördert werden, dass unsere älteren Mitbürger*innen wieder in unserer Mitte alt werden können.

Deshalb unterstützen wir Mehrgenerationenprojekte und Quartierskonzepte.

Wir betreiben aktive Gleichstellungspolitik, indem wir die Rahmenbedingungen für eine stärkere Beteiligung der Männer an der Familie verbessern und kommen damit auch dem Wunsch vieler Männer und Frauen entgegen, die traditionellen Rollen verlassen zu können.

Kunst und Kultur | Heimat

Kunst ist eine Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und sie zu gestalten.
Kunst und Kultur bilden Heimat und sind wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft.

Wir möchten eine Kulturgesellschaft, die künstlerisches Schaffen und kreative Vielfalt befördert.
Wer sein Leben und sein Lebensumfeld aktiv gestaltet, schafft Heimat.

Damit alle daran teilhaben können, muss der Zugang zu kultureller Bildung und zu Kultureinrichtungen für alle Menschen, egal welcher Herkunft, Alters- und Gesellschaftsschicht, gewährleistet sein.

Kulturelle Bildung muss in der Breite angeboten werden:

  • Kulturangebote sollen für alle Menschen erreichbar sein – von der Kindertagesstätte bis ins hohe Alter.
  • Künstlerische Fächer sollten in unseren Bildungssystemen den gleichen Stellenwert erhalten wie naturwissenschaftliche Fächer und Sprachen.
  • Bildungs-, Kultur- und Sozialeinrichtungen müssen stärker vernetzt werden und sich für freie Träger und Vereine öffnen
  • Insbesondere in der Ganztagesbetreuung unterstützen wir die Kooperation mit kommunalen Kultureinrichtungen und Künstler*innen.

Kulturelle Bildung darf kein Privileg sein !

  • Der Zugang zu Musikvereinen sollte für alle ermöglicht werden
  • Musikschulen müssen adäquat ausgestattet und Lehrer*innen entsprechend entlohnt werden, die Beiträge müssen zahlbar sein
  • Kultur muss im Alltag integriert sein
  • Kostenfreie Proberäume für Theater- und Musikgruppen
  • Infrastrukturen aus Kulturveranstaltern, Jugendzentren, Ateliers, Aufführungs- und Ausstellungsorte erhalten und ausbauen
  • Brach liegende Flächen und Gebäude dauerhaft oder temporär für kulturelle Aktivitäten ohne großen Aufwand nutzbar machen

Kulturbildung ist der Motor für Integration und schafft Werte und gegenseitige Akzeptanz!

Integration – eine gemeinschaftliche Aufgabe

Offenheit, Toleranz, Respekt und Veränderungsbereitschaft der Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sind für ein gutes Zusammenleben unerlässlich.

Diskriminierung darf nicht toleriert werden.
Durch Zuwanderung entstandene Konflikte, Ängste und Verunsicherungen müssen ernst genommen und auf demokratische Art und Weise gelöst werden.
Aufklärung über und Sensibilisierung für die unterschiedlichen Herkunftskulturen, Werte und Traditionen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Gerade die bayerische und allgäuer Bevölkerung lebt in besonderer Weise ihre Traditionen und ist hierfür weltberühmt und anerkannt. Wir wissen einerseits wie wichtig dies ist und stehen hier andererseits in einer besonderen Verantwortung, Traditionen anderer Kulturen zuzulassen und wertzuschätzen.

Wir setzen uns dafür ein dass sich jeder unabhängig von

  • Herkunft
  • Religionszugehörigkeit
  • Aufenthaltsstatus

entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten entfalten und in die Gesellschaft einbringen kann.

Bildung bietet Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten und schafft die Voraussetzungen für gesellschaftliche Durchlässigkeit.
Menschen mit Migrationshintergrund sind ein wichtiges Fachkräfte-Potenzial und damit auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Bereicherung für unsere Gesellschaft.
Insbesondere Zweisprachigkeit und das Verständnis für kulturell geprägte Verhaltensweisen und Orientierungen bieten Chancen für Gesellschaft, Arbeitsmarkt und Wirtschaft.

Wir bereiten uns darauf vor, dass zukünftig in unseren Sozial- und Bildungssystemen wie Krankenhäuser, Altenpflege, Behinderteneinrichtungen, Kinderbetreuungsstätten, Schulen und Universitäten mehr Menschen mit Migrationshintergrund Unterstützung und soziale Dienstleistungen erfahren.

Im öffentlichen Dienst sind Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund völlig unterrepräsentiert.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Zusammensetzung des öffentlichen Dienstes dem Querschnitt der Bevölkerung entspricht.

Bildung | Schulen für die Zukunft

Wir Grüne wollen eine Schule, die den Kindern Mut macht statt Druck.
In der die Begeisterung für das Lernen bewahrt und ermöglicht wird und nicht ausschließlich die Wiedergabe von Lehrinhalten.
Wir möchten die Schule im Dorf lassen!

  • Schulen im Landkreis, die von einer Schließung bedroht sind, müssen erhalten werden.
  • Ein wohnortnahes Schulangebot ist uns wichtig und soll gesichert werden.

Die Qualität der Ganztagsbetreuung in Schulen muss sofort erhöht werden, denn häufig kann aus Personalmangel nur Zeit überbrückt werden.

  • Stellenschlüssel hoch
  • Qualitativ wertvolle Hausaufgabenbetreuung
  • Fachkräfte mit pädagogischem Know-how

Räume für die Ganztagsbetreuung müssen adäquat und kindgerecht zur Verfügung gestellt werden: Ruheräume, Kreativräume, Bewegungsräume, und vor allem „Draußen sein dürfen“.

Unsere Kinder verbringen mehr wache Zeit in der Schule als zu Hause – die Rahmenbedingungen gehen uns etwas an:

  • Lehrer und pädagogische Kräfte am Nachmittag arbeiten mit dem gleichen Ziel, aber für unterschiedliche Auftraggeber. Das hat keine Zukunft, denn so wird es den Beteiligten erschwert, zu einem Team zusammenzuwachsen, das an einem Strang zieht!
  • Sie haben häufig keine gemeinsame Schul- und Begleitungsidentität
  • Verschiedene Anstellungs- und Kostenträger verkomplizieren den Alltag

„Lernen“ findet den gesamten Tag statt und ist nicht auf den Unterricht beschränkt.
Wir wünschen uns mehr Vernetzung, Dialog und Kombinationen aus Inhalten am Vor- und Nachmittag

Bildung muss erreichbar sein – Schulbusse benötigen engere Taktungen

Inklusion

Jeder Mensch erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.
Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft: die volle und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft gehört zu den wichtigsten Grundsätzen der UN-Behindertenrechtskonvention.

Menschen mit Einschränkungen müssen dazu in die Lage versetzt werden

  • ihr Leben möglichst selbstbestimmt zu gestalten.
  • nicht mehr „Objekt von Fürsorge“ zu sein.
  • Unterstützung zu erhalten, um Selbstbestimmung ausüben zu können.

Ganzheitliche Pflege

Psychische und körperliche Beeinträchtigungen müssen in gleichem Maße behandelt und die soziale Lage der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen berücksichtigt werden.
Körperliche Beschwerden und Heilungsprozesse hängen maßgeblich und nachweislich mit der psychischen Befindlichkeit zusammen.
Es kann und darf nicht sein, dass der MDK der Krankenkassen die Begutachtung ausschließlich auf rein körperliche Defizite beschränkt. Häufig sind ambulante Pflegekräfte die einzigen, die am Tage vorbei schauen und keine 5 Minuten Zeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung haben.
Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen erlernen ihren Beruf häufig aus einer Wertehaltung heraus, anderen Menschen helfen zu wollen. Wenn „Hilfe“ nur noch aus dem Blickwinkel medizinischer Versorgung betrachtet wird, kommt es schnell zu Unzufriedenheit, Stress (die Kommunikation wird aggressiver), Erschöpfungszuständen und Berufswechsel.

Wir setzen uns unter oben genannten Bedingungen ein

  • für möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden
  • für finanzierte Zeitfenster der Menschen in Gesundheitsberufen für Gespräche und soziale Kontakte mit den Angehörigen
  • für Entlastungsangebote für pflegende Angehörige (z.B. ausreichend Kurzzeitpflegeplätze, dies wurde durch unsere Kreistagsfraktion bereits 2018 angegangen).
  • für die Vernetzung von Fachkräften in den Gesundheitsberufen
  • gegen die Entmündigung von Menschen, die auf Grund der Komplexizität von Sozial- und Gesundheitswesen unter Betreuung gestellt werden müssen
  • für kostenfreie Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen
  • für wohnortnahe palliative Unterstützung und die Stärkung von Hospizeinrichtungen