Am Mittwoch, 5. Februar, stellten sich die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen Liste bei einem Feierabend-Gespräch in Scheidegg vor.
Hier der Bericht über die Veranstaltung. Dieser ist – leicht gekürzt – auch im „Westallgäuer” erschienen.

Betreutes Wohnen und Angebote für Jugendliche

Grüne Scheidegg Neu gegründete Liste stellt sich vor und diskutiert mit Scheideggern – 19-Jährige Maike Funk auf Listenplatz 1

Scheidegg Einen Beitrag leisten, damit die eigene Gemeinde blüht und gedeiht, und bei allen lokalen Themen verstärkt „grüne“ Akzente setzen: Das ist, kurz zusammengefasst, die Motivation der neun Kandidatinnen und Kandidaten der neu gegründeten Grünen Liste Scheidegg. Bei einem Feierabend-Treff in der „Osteria No. 8“ in Scheidegg stellten die Kandidaten sich und ihre Ideen vor. Vor allem aber wollten sie mit den Scheideggerinnen und Scheideggern ins Gespräch kommen und erfahren, welche Themen die Menschen bewegen.

Und davon gibt es einige: Besucher der Wahlveranstaltung brachten z. B. den Autoverkehr Richtung Skywalk zur Sprache sowie die häufig gefährliche Situation durch parkende Autos am Alpenfreibad. Die Antwort der Grünen: Sie möchten das Angebot an öffentlichen Buslinien ausbauen. Um diesem großen Anliegen Nachdruck zu verschaffen, hat die Grüne Jugend im Kreis kürzlich eine Unterschriftenaktion für ein 100-Euro-Jahresticket gestartet. Denn nur wenn der ÖPNV bezahlbar ist, werden mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen, ist nicht nur Maike Funk überzeugt. Sie ist Gründungsmitglied der Grünen Jugend und steht in Scheidegg auf Listenplatz 1. Die Unterschriftenliste liegt u. a. am Infostand der Grünen aus, bis zum Wahltermin immer am Donnerstag auf dem Scheidegger Wochenmarkt.

Maike Funk hat sich in der „Fridays-for-Future“-Bewegung engagiert. „Aber demonstrieren allein reicht nicht. Ich wollte mit anpacken und meine Zukunft mitgestalten“, erklärt die 19-Jährige ihre Motivation für die Kandidatur. Und sie hofft, dass mehr junge Stimmen in den politischen Gremien die Politik für die Jugend attraktiver machen werden.

Fehlende Angebote für Jugendliche in der Gemeinde, ein schnellerer Ausbau von betreutem Wohnen, mehr regionale Vermarktungsmöglichkeiten, um die örtliche Landwirtschaft zu unterstützen – das waren weitere Themen, die die Besucher den Grünen Kandidaten ans Herz legten. Ein Bürger sprach den Flächenverbrauch und hier insbesondere das Feriendorf am Ostkinberg an: Würden die aktuellen Hotelpläne realisiert, dann werde der gesamte Hügel „verbaut“, befürchtet er.

Dass die Scheideggerinnen und Scheidegger erstmals die Möglichkeiten haben, Grüne Kandidaten in den Gemeinderat zu wählen, geht auf die Initiative von Petra Balke-Besser zurück. „Weil wir hier leben“, der Slogan der Grünen für die diesjährigen Kommunalwahlen, drückt in ihren Augen perfekt aus, worum es ihr geht: Das eigene Lebensumfeld mit zu gestalten und damit „im Kleinen“ etwas zum Besseren zu bewegen. „Das macht niemand für uns“. Die offene Liste besteht aus Grünen Parteimitgliedern und Nichtmitgliedern.